Liebe Patientinnen und Patienten!

Von politischer Seite wird derzeit intensiv darum geworben, eine Booster Impfung gegen Covid-19 vornehmen zu lassen, wenn seit der letzten Impfung gegen das Corona Virus mindestens 6 Monate vergangen sind. Seitens der Politiker und auch seitens der Ständigen Impfkommission wird immer wieder betont, dass eine Booster Impfung kein Problem darstelle und jeder, der die o.g. Voraussetzung erfüllt, sich bitte ohne Bedenken impfen lassen solle.

Wir sind dafür bekannt, solche pauschalen Empfehlungen durch individuelle Impfberatungen zu ersetzen und in jedem einzelnen Fall die Notwendigkeit einer Impfung zu beurteilen. Wir führen nicht erst seit der Covid Diskussion Impfungen nicht nach „Schema F“ sondern aufgrund individueller Beratung und labortechnischer Bestimmung der Impfantikörper durch. Und das bereits seit 1992. Durch dieses Vorgehen konnten sehr viele Impfungen eingespart werden ohne auf sinnvollen Impfschutz zu verzichten.

Was die Covid Impfung anbetrifft, so sind die aktuell verfügbaren Impfstoffe keineswegs so unbedenklich, wie immer wieder suggeriert wird. Es gibt Nebenwirkungen, teilweise sogar erhebliche. Allerdings muss individuell abgewogen werden, ob das Risiko einer Erkrankung das Risiko einer Impfung überwiegt. So spielen Alter und Lebensgewohnheiten ebenso eine Rolle, wie Grunderkrankungen, frühere Impfreaktionen, die Höhe der Impf-Antikörper und die persönliche Meinung jedes einzelnen Patienten.

Zum Thema Bestimmung der Impf-Antikörper gehen ebenfalls eher ablehnende politische Stellungnahmen durch die Presse, auch die Ständige Impfkommission lehnt die Antikörperbestimmung als Entscheidungsgrundlage ab. In unserem Praxislabor bestimmen wir die Corona Spike-Protein IgG-Antikörper, die das Corona Virus neutralisieren, d.h. zerstören. Dies garantiert eine Immunität. Wir haben allerdings (noch) keine Publikation gefunden, die eine positive Korrelation der Höhe der Covid-19-Antikörpertiter zur Höhe der Immunität nachweist.

Eine Booster-Impfung muss nicht zwingend die Immunität hinsichtlich dieser IgG-Antikörper verbessern, führt aber zusätzlich über etwa 2 Monate zu einem spezifischen IgM und ggfs. IgA Anstieg, der bereits in den Schleimhäuten eine vorübergehende Immunität zusätzlich aufbaut.

Das klingt jetzt reichlich wissenschaftlich und geht auf die Recherche von Prof. Dr. Tharandt zurück. Das Fazit lautet jedoch, dass die Höhe der Antikörper ein Aspekt von mehreren für die individuelle Empfehlung zur (Booster-) Impfung sein sollte.

Ich bitte also um Verständnis, dass wir allen Patienten, die Fragen zur Covid Impfung haben oder sich eine Booster Impfung wünschen, eine individuelle Beratung anbieten.

Meerbusch, 15.11.2021

Dr.med. Christian Petersohn